Durchschlafstörungen nach apoplex wegen spastik und Unruhe nach dem 1. Aufwachen . Was hilft dagegen?

  • was kann man tun wenn man seit einem apoplex nicht mehr durchschläft und chronisch übermüdet ist, ohne Antidepressiva zu nehmen , schlaftabletten kann man ja um 2.00 Nachts auch nicht mehr nehmen, hängt den ganzen Tag nach. Ursache liegt meiner Meinung nach daran dass spastik bei Nacht zunimmt und damit auch die innere Unruhe. Wer hat guten Rat. bin am verzweifeln,

  • Hallo Loly,

    Schlafstörungen sind recht häufig nach einem Schlaganfall. Die medizinischen Hintergründe sind vielfältig.

    Wenn eine neurologische Erkrankung plötzlich das Leben verändert, sind nicht nur hirnorganische und äußerliche Funktionen, sondern ebenfalls innere Prozesse und Regelkreisläufe betroffen, welche das autonome Nervensystem unwillkürlich steuert. Vegetative Funktionen und der Biorhythmus, der den Tag-Nacht-Wechsel vermittelt und uns auf Schlafen mit „Ruhemodus“ unserer Organe einstellt, spielen zusammen mit körperlichen, kognitiven und emotionalen Funktionen.

    Das innere Regelsystem kann mit bedingt durch körperliche Symptome wie Spastik und Schmerzen oder psychische Probleme wie belastende Gedanken und Gefühle aus dem Rhythmus gelangen. Die Spastik kann jedoch auch durch innere Unruhe und ein dadurch erhöhtes Stresslevel verstärkt werden.

    Was hier Ursache und Wirkung ist, lässt sich nicht ohne Weiteres unterscheiden und eindeutig klären.

    Eine genaue Anamnese und Schlafanalyse würde weiterhelfen, indem man dem Beschwerdebild und der Art und Ausprägung der Schlafstörung tiefer auf den Grund geht. Das hat auch den Zweck, begünstigende und störende Faktoren zu identifizieren (auch im Schlafumfeld), um etwas an Schlafbedingungen oder/und den Schlafgewohnheiten zu verändern. Und damit auch Ansätze zu finden, die Schlafstörungen zumindest symptomatisch passend wirksam zu behandeln.

    Das können Sie zum Teil auch selbst ergründen, soweit es Ihnen möglich ist. Der Artikel Schlafstörungen nach einem Schlaganfall zeigt Ihnen einige mögliche Ursachen und Auslöser und Optionen, was man therapeutisch und auch selbst machen kann.

    Bestehen die Schlafstörungen bereits länger (da Sie „chronisch“ schreiben) und sind Eigenmaßnahmen nicht ausreichend, sollte durch ärztliche Hilfe die Ursache der Schlafstörung abgeklärt werden. Daher möchte ich Ihnen raten, sich bei Ihrem behandelnden Nervenarzt bzw. einer Neurologin vorzustellen und auch hausärztlich weitere Schritte abzuklären, gegebenenfalls auch psychotherapeutisch und durch Schlafspezialisten.

    Es gibt evtl. spezifische Behandlungsmöglichkeiten der Grunderkrankung, wirksame therapeutische Ansätze der Schlafstörung als Symptom und allgemeine Empfehlungen, um für einen guten und ausreichenden Schlaf zu sorgen.

    Alles Gute für Sie und beste Grüße

    Dr. med. Karin Kelle-Herfurth

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