Nahrungsergänzungmittel bei Neurologischen Erkrankungen

  • Moin,

    einfach mal weil das Thema in unserer Facebook Gruppe aufgekommen ist.

    Wie sieht es nach einem Schlaganfall mit Nahrungsergänzungsmitteln aus? Q10, B Vitamine, Folsäure und Co. Macht so etwas Sinn? Oder reicht eine normale ausgewogene Ernährung?

    Was sagt die Forschung dazu? Gibt es hier entsprechende Studien?

    Herzliche Grüße aus Hannover

    sendet Olaf

  • Hallo Olaf,

    grundsätzlich heißt es: Nahrungsergänzungsmittel sind bei einer ausgewogenen Ernährung nicht nötig und können eine nicht ausgewogene Ernährung aber auch nicht ausgleichen. Denn sollte kein Mangel an einem Nährstoff vorliegen, bringt das Nahrungsergänzungsmittel auch keinen Nutzen mit sich. Bei Verdacht auf einen Nährstoffmangel kann dieser beim Arzt bestätigt oder ausgeschlossen werden.

    Als Beispiel: In einigen Studien konnte beobachtet werden, dass die Einnahme von Folsäure (Vitamin B9) das Schlaganfall-Risiko senkt. Bei einer geringen Aufnahme von Folsäure kann sich Homocystein im Blut anreichern, was wiederum ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. In der Studie wird der positive Effekt durch die Einnahme von Folsäure damit erklärt, dass sich die Homocystein-Werte im Blut reduzieren. Allerdings ist davon auszugehen, dass Menschen, die sich ausgewogen ernähren, ohnehin genügend Folsäure aufnehmen. Folsäure steckt vor allem in grünem Gemüse (insb. Blattgemüse), Tomaten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Orangen, Vollkornprodukten etc. Durch die empfohlenen drei Portionen Gemüse am Tag wird in der Regel genügend Folsäure aufgenommen. Ein Folsäure-Mangel ist dadurch also häufig Folge eines zu geringen Gemüse-Verzehrs. Hier wäre es also sinnvoller, prophylaktisch darauf zu achten, täglich drei Portionen Gemüse zu essen. Denn dadurch werden gleichzeitig auch mehr Ballaststoffe, mehr sekundäre Pflanzenstoffe und andere Vitamine zugeführt.

    Zu bedenken ist zudem, dass es Personengruppen gibt, bei denen eine Nahrungsergänzung mit bestimmten Vitaminen oder Spurenelementen wichtig bzw. notwendig ist z.B. bei Schwangeren, Menschen mit Störungen der Nahrungsaufnahme, als Co-Medikation bei bestimmten Medikamenten oder Vegetariern und Veganern.

    Hier finden Sie eine Studienzusammenfassung über die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln auf das Schlaganfall-Risiko: https://schlaganfallbegleitung.de/news/studie-nahrungsergaenzung

    Mit freundlichen Grüßen
    Marieke Theil
    M.Sc. Molecular Nutrition

    Quellen:

    Hankey, Graeme J, ‘B Vitamins for Stroke Prevention’, Stroke and Vascular Neurology, 3.2 (2018), 51–58 <https://doi.org/10.1136/svn-2018-000156>

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