Verhalten nach TIA - offene Fragen

  • Hallo Zusammen,

    vor wenigen Tagen ist mir folgendes widerfahren:

    Ich (53 Jahre, weiblich, Raucherin) bin vor einigen Tagen morgens, wie gewohnt, aufgestanden, um zur Arbeit zu gehen. Anfangs fühlte ich mich ganz normal. Plötzlich wurde mir aber schwindelig und ich dachte "nun ja, mein Kreislauf sei noch nicht in Schwung". Der Schwindel wurde dann innerhalb weniger Minuten immer stärker und ich sackte zu Boden. Zum Glück bekam dies mein Lebensgefährte mit und rief einen RTW. Zu diesem Zeitpunkt war ich wohl nicht richtig ansprechbar und konnte mich auch nicht artikulieren, allerdings wohl mit Kopfnicken und Kopfschütteln auf Fragen der Sanitäter "antworten" (daran kann ich mich jedoch nicht bzw nur bruchteilhaft erinnern) Ich wurde ins Krankenhaus gebracht und dort wurden div. Untersuchungen (augenärztlich und HNO) gemacht. Da diese Untersuchungen keine Ergebnisse hinsichtlich meiner Symptomatik lieferten, wurde ich in die Neurologie eines anderen Krankenhauses überführt. Dort wurden umgehend einige neurologische Testungen gemacht und danach ein MRT zum Ausschluss eines Schlaganfalls. Ein Schlaganfall konnte wohl ausgeschlossen werden, jedoch wurde mir mitgeteilt, dass entsprechend der Untersuchungen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine TIA vorliegt. Ich wurde daraufhin auf die Stroke Unit verlegt und verbrachte dort 2,5 Tage. Es erfolgte die Überwachung am Monitor und auch noch die Untersuchungen in Form eines Herzechos (MK leichtgradiger Reflux, TK: leichtgradiger Reflux) Duplexsonographie Extrakraniell (altersentsprechender Normalbefund) und Dopplersonographie Transkraniell (altersentsprechender Normalbefund). Am dritten Tag wurde ich auf die Normalstation verlegt und konnte am Abend das Krankenhaus verlassen. Mein Zustand hat sich signifikant gebessert, ich habe aktuell lediglich noch ein leicht benommenes bzw. schummriges Gefühl im Kopf und ein leichtes Gefühl von Instabilität. Als Medikation wurde ASS 100 und Atorvastatin 40 mg verordnet. Des Weiteren wird zu einem 72-stündigen LZ-EKG geraten. Ausserdem steht in meinem Entlassungsbericht, dass für mindestens einen Monat keine Fahreignung besteht und abhängig vom weiteren Verlauf ist.

    Ich bin jetzt sehr verunsichert, weil dieses Erlebnis für mich aus heiterem Himmel gekommen ist und ich nun Angst davor habe, dass sich dieses Ereignis wiederholen wird und womöglich mit einem nicht so guten Ausgang.

    Was kann mir geraten werden, wie ich damit umgehen kann, um kein "Kopfkino" zu bekommen. Ich bin eigentlich kein Arztgänger und verharmlose schnell Symptome, aber jetzt mache ich mir wirklich Gedanken, wie ich zukünftig Reaktionen meines Körpers einschätzen soll. Ich kann ja jetzt nicht jedes Mal davon ausgehen, wenn mal kurz die Finger oder ein anderes Körperteil kribbeln oder sich seltsam anfühlen, oder erneut Schwindel, etc auftreten, dass das wieder eine TIA ist.

    Wie sind Eure Erfahrungswerte bzgl. einer TIA?

    Wie verhält sich das mit dem Autofahren? Wie habt Ihr das gehandhabt?

    Freue mich auf Antworten:-)

  • hi sue, TIA und sog. -kleinen schlag-hatte ich vorher, und dann mit 55 den ultimativen schlag 2x mit hirneinblutung.

    das ganze vor 6 jahren-und seitdem ist unser bis dahen SCHÖNES LEBEN VORBEI!!!

    ohjeeeh, hätten wir dass nur ernstewr genommen- dachten aber nur -stress halt, oder momentane schwäche!!!


    mist- fehleinschätzung!!! und jetzt haben wir den-salat-

    wenn wir dass nur viorher gewusst hätten!-aber war halt immer gesund.


    gruß


    artur

    p.s. mensch passt blos auf!!!

  • Hallo Sue1971,

    es ist verständlich, dass Sie nach diesem Erlebnis verunsichert sind und sich Sorgen machen. Der Verdacht auf eine TIA ist in der Tat ernst zu nehmen und sollte auch bei Beschwerdefreiheit nicht unterschätzt werden, da sie Vorbote eines Schlaganfalls sein kann.

    Es ist daher absolut richtig und wichtig, dass die umfangreichen Untersuchungen veranlasst und Behandlungen eingeleitet wurden und dass Sie den ärztlichen Empfehlungen und der leitliniengerechten Einstellung von Risikofaktoren folgen, um das Risiko eines erneuten und schwereren Ereignisses zu reduzieren.

    Auf der Seite der Schlaganfallbegleitung finden Sie unter verschiedenen Rubriken umfassende Informationen u. a. zu diesen Themen, die ich Ihnen ans Herz legen möchte, um Ihre Gesundheit im Rahmen Ihrer Einflussmöglichkeiten selbst in die Hand zu nehmen und umsichtige Entscheidungen zu treffen:

    • Grundlagen der TIA (Transitorische Ischämische Attacke)
    • Nachsorge und medikamentöse Sekundärprophylaxe
    • Ursächliche Abklärung wie Herzrhythmusstörungen
    • Einstellung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Blutfetten
    • Lebensstil-Veränderungen durch eine ausgewogene Ernährung, Unterstützung mit dem Rauchen aufzuhören und Stressbewältigung


    Jedoch gilt es bei der Abwägung zwischen dem, was durch wirksame Prävention effektiv erreicht werden kann, und dem, was sich trotz aller Bemühungen und Disziplin nicht immer verhindern lässt, ein "gesundes Augenmaß" zu finden. Immerhin sind demnach nach statistischen Schätzungen mehr als 80 Prozent der Schlaganfälle durch Prävention vermeidbar, aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es eben nicht.

    Die Angst vor einer erneuten TIA oder einem Schlaganfall nach einem solchen Ereignis ist daher verständlich und völlig normal. Mit dieser Angst sind Sie nicht allein, sie darf sein und Raum einnehmen, solange Sie sich emotional regulieren können. Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, dass die Angst immer stärker wird und Sie im Alltag oder in der Nacht beeinträchtigt, ist es ratsam, frühzeitig professionelle therapeutische Hilfe und gegebenenfalls vorübergehend medikamentöse Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Der erste Schritt ist meist das Gespräch mit dem Hausarzt.

    Vielen hilft es, wie Sie hier, den Kontakt zu anderen Betroffenen zu suchen, sich auszutauschen und darüber zu sprechen oder zu schreiben. Das kann die Angst verständlicher machen und helfen, mit der Erfahrung und der Ungewissheit trotz Restunsicherheit gut umzugehen. Es braucht Zeit, und es gibt kein Patentrezept. Wichtig ist, dass Ihre Wahrnehmungen ernst genommen werden, Sie bei Bedarf Unterstützung suchen und erhalten. Auch das Wissen über Symptome, zu lernen, ernste Warnzeichen zu erkennen, was im Notfall zu tun ist und an wen man sich wendet, vermittelt Sicherheit.

    Für den Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen empfehle ich Ihnen, Ihren Beitrag noch einmal in der Rubrik "Schlaganfall allgemein" zu veröffentlichen.

    Und hier finden Sie noch einen Artikel zum Thema Autofahren nach einer TIA.

    Alles Gute und herzliche Grüße

    Dr. med. Karin Kelle-Herfurth

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