Angst vor zweitem Schlaganfall

  • Einen schönen guten Abend,

    Meine Mutter 74Jahre, hatte 2020 einen stummen Schlaganfall im Bereich der Hypophyse und der Sehnerven, aufgefallen ist es letztlich wegen Doppelbildern und das zunehmende „wegrutschen“ des Auges in die Ecke, das li Auge hat sich in den letzten 3 Jahren so in die Ecke verzogen, dass sie nur noch mit dem anderen Auge sehen kann. Weiterhin hat sie Kribbeln im Gesicht, temporäre Taubheit im Gesicht und am Arm und Schwindel zurückbehalten!

    Nun ist es so das die Beschwerden kribbeln und Taubheit sowie der Schwindel stark zunehmen und nachdem ich heute mal so einiges quer gelesen habe sind das ja auch alles Anzeichen für einen ggf. Erneuten Schlaganfall…was würden Sie uns raten wie wir damit umgehen sollen??? Sie ist sehr verunsichert und kann das nur schlecht für sich einordnen und ein Termin beim Neurologen bekommt man ja nicht so mal schnell und direkt in die Notaufnahme ist sicherlich auch nicht richtig…

    Ganz lieben Dank vorab für Ihre Hilfe und herzliche Grüße, MMB

  • Guten Abend MMB,

    Ihre Sorge um Ihre Mutter ist verständlich. Leider können wir die Symptome anhand der Angaben alleine nicht näher einordnen.

    Wenn sich die geschilderten Beschwerden, die bereits vorher bestanden, nun zunehmend verstärken, kann das viele Ursachen haben.

    Sie können näher erfragen, auch für eine ärztliche Vorstellung: Sind diese Symptome wie Doppelbilder, Taubheit und Schwindel allmählich stärker geworden, über welchen Zeitraum? Sind Symptome plötzlich neu aufgetreten oder haben sie plötzlich ihren Charakter geändert? Fühlt sich also auf einmal etwas ganz anders an? Wirkt Ihre Mutter auf Sie verändert vom Verhalten oder Wesenszügen? Das sind einige Hinweise, die helfen können, das etwas besser einzuordnen.

    Um einen Schlaganfall zu erkennen und einzuschätzen, ob medizinische Hilfe nötig ist, kann der sogenannte (BE-)FAST-Test hilfreich sein.

    Ich empfehle Ihnen dazu diesen ausführlichen Artikel zum FAST-Test und BE-FAST-Test.

    Dies ist die Kurzform der Checkliste:

    1. Balance (Gleichgewicht): Hat Ihre Mutter plötzlich Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten?

    2. Eyes (Augen): Hat sie plötzlich neuartige oder veränderte Sehstörungen oder Doppelbilder gegenüber vorher?

    3. Face (Gesicht): Hat sie plötzliche Lähmungen im Gesicht oder einen herabhängenden Mundwinkel, wenn Sie sie auffordern, zu lächeln?

    4. Arms (Arme): Kann sie beide Arme gleichzeitig heben und die Handflächen nach oben drehen oder fühlt sich ein Arm plötzlich schwach an?

    5. Speech (Sprache): Hat sie plötzlich Probleme beim Sprechen oder Verstehen, wenn Sie Ihnen einen einfachen Satz nachsprechen soll?

    6. Time (Zeit): Wenn eines dieser Symptome plötzlich zu beobachten ist, ist es wichtig, sofort zu handeln und medizinische Hilfe zu suchen. Zeit ist ein entscheidender Faktor bei der Schlaganfallversorgung.

    Bei plötzlichem Auftreten derartiger Symptome sollten Sie nicht zögern und, auch im Zweifel, den Notruf 112 wählen und die Symptome schildern. Ein erneuter Schlaganfall kann grundsätzlich immer auftreten, auch wenn dies nur eine der Möglichkeiten ist.

    Wenn sich die Symptome hingegen seit einiger Zeit verschlimmern, ist es sinnvoll, den Neurologen oder zumindest den behandelnden Hausarzt Ihrer Mutter zu kontaktieren, sofern noch nicht erfolgt, um einen zeitnahen Termin zur medizinischen Abklärung zu realisieren.

    Falls es Schwierigkeiten gibt, einen Termin beim Facharzt zu bekommen, könnten Sie die Terminservice-Nummer 116 117 (oder online) in Erwägung ziehen. Hier werden auch Termine über den ärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechstunden vermittelt, wenn die Beschwerden schlimmer werden. Sie bzw. Ihre Mutter sollten dann darauf hinweisen, dass es sich möglicherweise um ein neurologische Problem handelt und sie in der Vergangenheit einen Schlaganfall hatte.

    Ihnen und Ihrer Mutter alles Gute und viele Grüße

    Dr. med. Karin Kelle-Herfurth

  • Liebe Frau Dr. Kelle-Herfurth,

    Ein ganz herzliches Dankeschön für Ihre ausführliche Antwort. Werde dann so schnell wie möglich den Hausarzt kontaktieren und versuchen auch ein Termin beim Neurologen zu bekommen.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende, MMB

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