Krankenhaus demotiviert - Hirninfarkt im Stromgebiet der A. cerebri media links bei Stenose im M1 - Segment

  • Hallo zusammen,

    mein Mann hatte am 04.04.2023 einen Hirninfarkt im Stromgebiet der A. cerebri media links bei Stenose im M1 - Segment.

    Bei der Angiographie kam es noch zu Nierenversagen was dazu führte das man ihn 8 Tage in ein künstliches Koma gelegt hat inkl. Beatmung.

    Das hat er ganz gut weg gesteckt, auch wenn er noch eine Lungenentzündung hatte.

    Er kann mittlerweile auch wieder schlucken, sprich essen und trinken klappt auch wieder.

    z.Z. liegt er noch auf der Stroke Unit und wartet auf die AHB.

    Er ist rechtsseitig gelähmt, wobei man sagen muss das langsam wieder Bewegung ins rechte Bein kommt und auch der Arm ist nicht mehr so schlaff wie in den ersten Tagen.

    Leider war bzw. ist mein Mann übergewichtig (was er aber vor dem Infarkt schon angegangen ist) und hat somit im Moment Probleme überhaupt einen Platz in einer AHB zu bekommen.

    Das Sprachzentrum ist auch eingeschränkt, es kommen nur einzelne Worte, aber diese dafür klar und deutlich.

    Ich versuche Ihn zu motivieren wo ich nur kann, mache auch mit Ihm Übungen um die Beweglichkeit zu fördern.

    Er kann mich klar und deutlich Kopfnicken oder schütteln signalisieren was er möchte oder nicht, oder auch mit Handzeichen mit der linken Hand.

    Ich versuche Ihn so Selbstständig wie möglich mit der Gesunden Seite alles machen zu lassen. Sprich selber das Brot nehmen, selber einen Joghurt essen lassen auch wenn er kleckert und auch das Trinken aus einem Becher.

    Dies klappt auch alles sehr gut und er ist auch motiviert dies alles selber zu können.

    Gestern kam der Oberarzt auf mich zu um mir zu sagen, ich wäre zu positiv eingestellt und hätte im KH immer gute Laune, er müsse mir nun sagen das ich froh sein kann,

    wenn mein Mann den Weg in den Rollstuhl schaffen würde. Er müsse mir das sagen, da ich ja immer gut gelaunt wäre würde er davon ausgehen das ich mir der Tragweite nicht bewusst bin. Er weiß das ich selber im medizinischen Sektor arbeite und auch mit Schlaganfall zu tun habe.....

    Ich bin mir bewusst das mein Mann nicht mehr der alte wird, aber dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass eine Verbesserung eintritt wenn man sich bemüht.

    Ist es euch auch schon so ergangen ?

    Ich versuche halt für meinen Mann stark zu sein und mir nicht anmerken zu lassen was ich mir für Sorgen mache, da ich Angst habe das er Psychisch sonst noch mehr abrutscht als er es sowieso schon tut wegen der langen Liegezeit.

    Mich würden eure Erfahrungen interessieren.

    Liebe Grüße

    Sandra

  • Gestern kam der Oberarzt auf mich zu um mir zu sagen, ich wäre zu positiv eingestellt und hätte im KH immer gute Laune, er müsse mir nun sagen das ich froh sein kann,

    wenn mein Mann den Weg in den Rollstuhl schaffen würde. Er müsse mir das sagen, da ich ja immer gut gelaunt wäre würde er davon ausgehen das ich mir der Tragweite nicht bewusst bin.

    Mich würden eure Erfahrungen interessieren.

    Liebe Grüße

    Sandra

    Die Aussagen des Arztes klingen jetzt erstmal nicht sehr empathisch oder einfühlsam. Wenn du aber selbst im medizinischen Bereich arbeitest, bist du einen solchen Umgangston von ärztlicher Seite vielleicht gewohnt und du warst hoffentlich nicht zu sehr geschockt...(?)

    Von meiner Warte aus gesehen, wäre ich froh gewesen, die Ärzte hätten mit mir über den zu erwartenden Endzustand meiner Mutter Tacheles geredet. Stattdessen kamen nur Allgemeinplätze wie "eine Erholung ist möglich" und das Herunterbeten von den typischen Schlaganfallinfos, die ich bereits zuvor online gelesen hatte.

    Keiner ging wirklich auf den individuellen Zustand meiner Mutter ein. Besonders auffällig und negativ empfinde ich die fast ausschließliche Konzentration auf die physischen Symptome des Schlaganfalls, mit keinem Wort wurden die potentiell auftretenden, umfassenden psychischen und kognitiven Folgen eines Schlaganfalls erwähnt. *

    Aufgrund eigener Erfahrungen mit Ärzten war ich Gott sei Dank sensibiliert was den "Ärztespeak" angeht und nicht allzu sehr überrascht, wie wenig Regeneration und Erholung sich bei meiner Mutter einstellen würden.

    *Zuvor in einem altersgerechten, guten kognitiven Zustand mit vollständiger Selbstständigkeit in der Lebensgestaltung ist meine Mutter nun Pflegestufe 4 in dauerhafter stationärer Unterbringung in einem Heim, nicht mehr geschäftsfähig, leidet an Demenz, Wahnvorstellungen, Paranoia, Depression und hat keinerlei Einsicht in ihren Krankheitsverlauf oder Gesundheitszustand. Das läuft dann wohl unter "Persönlichkeitsveränderung"....

  • Wie gesagt das Krankheitsbild ist mir bekannt, auch dass mein Mann ein Pflegefall bleiben wird ist mir bewusst. By the Way mein Mann ist 54 Jahre alt.

    Es geht eigentlich darum warum man mir Vorwürfe macht das ich versuche die Sorgen und Nöte vor meinem Mann zu verstecken, indem ich versuche bei Ihm gut gelaunt zu sein.

    Des Weiteren kam dann noch das mein Mann einen Liegeplatz blockiert usw.

    Die Krankenkasse und auch ich telefonieren täglich etliche Kliniken ab, bedingt durch Long Covid gibt es lange Wartezeiten.

    Nichts desto trotz bemühen wir uns jeden Tag aufs neue.

    Ich habe halt immer gedacht man muss Patienten motivieren und nicht weinend am Bett sitzen.....

    Mich hat wie gesagt nicht die Offenheit gestört wie er über die Krankheit sprach, sondern das ich mir gegängelt vor kam nur weil ich versuche für meinen Mann so gut ich kann da zu sein.

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